Kolumne September 2021

Ende des Monats
wählen wir eine neue Bundesregierung, doch das ist nicht  das Einzige, was uns bevorsteht. Unsere Bundeskanzlerin hat nach 16 Jahren abgedankt. Doch die deutsche Bevölkerung tut sich schwer, diese Veränderung als eine Chance wahrzunehmen. Ist das die Angst,
dass sich in ihrem Leben zu viel ändern könnte und sie lieber das Bekannte weiter machen wollen – das Gewohnheitstier siegt. Der Schriftsteller Daniel Kehlmann sagte in einem Welt-Interview, „Er fürchte, dass sich die Gesellschaft kollektiv nicht mehr aus dem Lockdown traue und dass wir soziale Interaktionen eher auf den Bildschirm verlegen,
da wir in ständiger Sorge leben, dass Lockerungen zurückgenommen werden können. Deshalb trefft euch zu Hause und kocht Eintopf.“ Auch wenn bei dieser Einschätzung eine zynische Komponente mitschwingt – in den letzten Monaten hat sich viel verändert, auch wenn in den Medien „das Gerede von der neuen Normalität“ versprochen wird.

Die Pandemie mit der 4. Welle ist trotz aller Impf-Kampanien weiter gegenwärtig. Wir alle haben noch im Kopf, dass im letzten Jahr die Inzidenzrate im September in die Höhe geschnellt ist. Die „Noch-Regierung“ hat in den letzten Tagen zwar noch die Regelungen 2G (ge-impft / ge-nesen) bzw. 3G (ge-impft / ge-nesen / ge-testet) in die Wege gebracht. Mit dem Ziel, bei öffentlichen Veranstaltungen, Restaurants, Hotels usw. eine für mögliche Infektionsmöglichkeiten besser abschätzen zu können. Durch diese Regelung ist unsere Gesellschaft inzwischen gespalten: Da sind die Geimpften und da die Impfgegner bzw. Verweigerer und da ist auch die Gruppe, für die keine Impfempfehlung gibt, wie Kinder unter 12 Jahren. Jedes Bundesland entscheidet dann, welche ob die G2- oder die G3-Lösung mit einem PCR-Test, der selbst bezahlt werden muss (ca. € 50,-), empfiehlt. Wir sollten jedoch unsere freie Meinungsfreiheit immer im Hinterkopf haben, denn eine Impfpflicht ist in unserem Land schon lange abgeschafft. Wenn wir es aber schaffen, durch die vielen unterschiedlichen Impfteams bei Veranstaltungen oder z.B. in Gegenden mit hohen Infektionsraten wirklich Erfolg haben, könnte die Pandemie langsam schleichend enden. Dann meinen wir, wäre es die richtige Zeit, von einer „neuen Normalität“ reden zu können. Es sei denn, neue sehr infektiöse Virus-Mutationen breiten sich in kurzer Zeit aus, was wir alle nicht hoffen. Die Virologen sehen jedoch diese Gefahr und empfehlen deshalb für Senioren über 80 Jahre eine 3. Booster-Impfung durch ihren Hausarzt, die wir inzwischen unseren Bewohner auf Wunsch empfehlen.

„‘n goden Raat kümmt nie to laat un anlohen
deit kreigen.“ (Ein guter Rat kommt nie zu spät – so ist das und nicht
nachlassen führt zum Ziel)

In diesem Sinne

 

Ihr Team des
Seniorenheim Eiderstedt