Kolumne Juli 2021

Jetzt ist Ferienzeit – keine Frage: Sehen Sie nur die Autokolonnen in den Fernstraßen durch Eiderstedt, die am Wochenende bei Bettenwechsel in den Ferienwohnungen und Hotels in ihre Feriendomizile fahren. Endlich nach den schwierigen Corona-Monaten ist es möglich, wieder Urlaub zu machen. Zur Zeit sind die Infektionszahlen in den Küstenregionen sehr gering und so strömen gern die „Urlaubswütigen“ auch zu uns. Alle, die hier vom Tourismus leben, sind froh und sehen langsam ein Licht am Ende des „Corona-Tunnels“. Es freut uns sehr, dass die meisten Gäste die Corona-/Hygieneregeln einhalten. Ob es nun die Abstände in den Läden oder im öffentlichen Raum, die Schlangen vor den Restaurants mit der Registrierung und die Maskenpflicht – alles scheint in inzwischen in unserem normalen Leben nach Corona dazu gehören – auch im Urlaub. Wir hoffen alle, dass uns die neue, wesentlich infektiöse Delta (Indische)-Virusvariante bei der Hoffnung auf Normalität keinen Strich durch die Rechnung macht.

Derweil findet die Fußball-Europameisterschaft der Herren in diversen Austragungsorten statt, in London, München, Amsterdam, Budapest, Bukarest, Kopenhagen, Sevilla oder im entfernten Baku statt. Alle diese Länder sind bis auf England Teil zwar der EU, doch jedes Land hat seine eigenen Maßnahmen zur Einreise, Quarantäne, Prüfung des Impfstatus etc. und mit sehr unterschiedlichen Infektionsraten, speziell der neuen Virusvarianten. In den Spielen der Hinrunde sahen man in den Stadien, meist noch viele leere Ränge – maximal waren dort 20.Tsd. Zuschauer -– in den riesigen Stadien waren das sehr viele freie Plätze. Die UEFA (Europäische Fußball Union) hat inzwischen den Ländern der Veranstaltungsorte freigestellt, für die Spiele im Viertel-/Halbfinale der EM die Zuschauerzahl selbst zu bestimmen. So sahen wir im letzten Spiel des Achtelfinales zwischen England und Deutschland in London ein fast volles Stadion – ohne Maskenpflicht und Abstand. „Wie viele Virus-Spreader (Verteiler) wir dort getroffen haben, werden wir in 14 Tagen in den Inzidenzzahlen sehen“, sagen einhellig die Virologen, weil es in England die meisten Fälle der neuen Corona-Variante gibt. Die Fußballfans und Fernsehzuschauer weltweit haben dieses Verhalten in London mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Warum die englische Regierung jetzt durch den Druck der UEFA mit ihren Sponsoren so handelt und damit die bisherigen Sicherheits-Corona-Konzepte über Bord wirft, ist nicht bekannt. So wie es aussieht, wird das Londoner Wembley-Station bei den drei Spielen im Halb-und Finale ausverkauft sein. Wir können nur hoffen, dass die Zuschauer dort zweimal geimpft sind wie die Bewohner und Mitarbeiter in unseren Senioreneinrichtungen und unter ihnen keine „Spreader“ sein werden. Sonst wird es für uns alle bald wieder vorbei sein mit dem fast „normalen“ Leben vor Corona.

Seit den letzten Europa-oder Weltmeisterschaften gab es stets einen Hype für Public Viewing und das ganze Land – auch unsere Bewohner – waren im Fussballfieber. Und in diesem Jahr? Die schwarz-rot-goldenen Fahnen und all die anderen Werbeartikel waren schon die ganze EM-Zeit Ladenhüter, bevor die deutsche Mannschaft an England gescheitert ist. Viele Menschen in Deutschland sind von ihrer Nationalmannschaft enttäuscht, die sich bei den letzten internationalen Auftritten nicht mit Ruhm bekleckert hat. Zuletzt hatten wir bei der WM in Russland für unsere Bewohner, Mitarbeiter und Gäste unseres Seniorenheims für die Spiele der deutschen Mannschaft ein Public Viewing organisiert. Hierzu finden Sie in unserem Archiv noch schöne Bilder und sogar einen Video-Clip, der alles schön illustriert. Alles wurde schön schwarz-rot-gold geschmückt und Tröten und Rasseln

waren bereit gelegt und im Einsatz. Mit einem kleinen Bierfass, Sekt und Wasser haben wir uns in Stimmung gebracht und unsere Köche haben sogar schwarz-rot-goldene Pizzas vorbereitet und das Highlight war der dreifarbige Pudding. Daran denken alle gerne zurück. Doch in diesem Jahr hatten unsere Bewohner keine Lust auf gemeinsame Fußballspiele… „Wir mögen nicht, wenn die Deutschen verlieren… in meinem Zimmer kann ich dann den Fernseher abschalten…“  Ihre Vorahnung ist dann schon bald zur Realität geworden, die Deutschen sind raus und fahren nach Hause. Doch „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, wie der alte Bundestrainer Sepp Herberger sagte und ganz „Dsch…land  hofft auf bessere Zeiten und wir auch.

In diesem Sinne

Ihr Team der Senioreneinrichtungen Tetenbüll