Kolumne April 2021
Die Hoffnung stirbt zuletzt – dieser Spruch aus einem chinesischen Glückskeks – hat uns in
den letzten Monaten bewegt immer weiter zu machen – trotz vieler widrigen Umstände wie
die Uneinigkeit in der politischen Führung, die Knappheit der Impfstoffe oder die Gewissheit
der dritten Welle aufgrund der Mutationen. Im Ausland wurde schon der deutsche Dreiklang
manifestiert: Weltschmerz, Angst und Trübseligkeit – dazu kam dann noch Frust und
Verzweiflung der Corona-Leugner.
Die Botschaft zu Ostern sollte uns allen Mut machen, denn die biblische Geschichte ist nicht
naiv, sie weiß um Leid und Angst. „Die Osterbotschaft ist stärker als Corona und Ostern fällt
nicht aus, Ostern findet statt, weil die Liebe zueinander uns Kraft gibt“, sagt die Theologin
Margot Käßmann. Die Corona-Krise als Pandemie bleibt sicherlich noch einige Zeit belastend.
Aber gemeinsam haben wir – wie in den letzten Monaten auch – die Hoffnung alles
durchstehen zu können. Es ist die Zuversicht unseres ganzen Teams, hier in Tetenbüll, alles
gut zu überstehen.
Wie lange mussten wir, sowohl unsere Bewohner, wie auch unsere Gäste der Tagesstätte-
SETA, wie alle Mitarbeiter auf unsere COVID-Impfungen warten- genau wie dieses Jahr auf
den Frühling. Bei dem ersten Impftermin schneite es sogar und dann beim zweiten blühten
schon die Krokusse und Schneeglöckchen. Jetzt, seitdem Tulpen und Forsythien im Garten zu
bewundert sind, freuen wir uns: Wir haben jetzt den Impfschutz und unser Leben wird
hoffentlich ein bisschen leichter werden. Jetzt beginnt die Zeit, wo alles anders scheint, denn
eigentlich ist sie genauso wie gestern oder vorgestern. Dieses neue Gefühl von Erleichterung
und innerer Freude hat der dänische Philosoph Sören Kierkegaard so treffend emotional
beschrieben: „Die Sonne scheint für Dich – deinetwegen; wenn sie müde wird, beginnt der
Mond, und dann werden die Sterne angezündet.“ Dieses Gefühl ist gepaart mit Sicherheit
und Erleichterung, hoffentlich nicht mehr infiziert werden zu können und auf jeden Fall
keine Gefahr mehr zu sein, für Umfeld oder Bewohner.
Jetzt können wir die Geimpften, den Frühling genießen – auch mit einer neuen Lockdown
Situation und einer dritten Welle aufgrund der Mutationen. Hoffentlich können wir im
Sommer etwas mehr Freiheiten bekommen, wie z.B. draußen zu sitzen – natürlich alles mit
Abstand und Mundschutz. Die Sehnsucht nach dem Ende der Corona-Maßnahmen ist groß
und die Frage: Wird sich etwas verändern? Wahrscheinlich schon, zum Beispiel die
Sichtweise, wie man miteinander umgeht. Wie viel innerer Abstand wird bleiben?
Händeschütteln wird wahrscheinlich weiterhin ausbleiben und welche körperliche
Zuwendung man geben wird, ist noch abzuwarten. Auffällig ist, dass die meisten in dieser
Zeit wieder Details wahrnehmen, ob in der Natur oder bei den Mitmenschen. Die ungewollte
Situation allein mit sich selbst und ohne die übliche Ablenkung der Welt vor Corona, kommt
eine gewisse Demut und eine Dankbarkeit auf. Diese Haltung sollten wir ausbauen und uns
auf jeden Tag freuen. Wie treffend Mark Twain es formulierte: „Gib jedem Tag die Chance,
die schönste deines Lebens zu werden.“ In diesem Sinne:
Ihr Team Seniorenheim Eiderstedt