Kolumne Oktober 2021

Anfang letzten Monats hatten wir die Hoffnung, im Oktober ist endlich die Zeit für gute Nachrichten: Eine neue Regierung ist gewählt, doch keine Koalition ist in Sicht. Unsere neue Regierung mit bunter Mehrheit scheint sich auch noch hinzuziehen. Nur so ganz langsam „krabbeln“ die noch nicht Geimpften in die 80% zur ersehnten Herdenimmunität. Alles ist jedoch immer noch in der Schwebe und einige unsere Ängste sind noch nicht verflogen. Virologen sehen uns eine nächste Corona-Welle im Herbst zu zukommen. Einmal wieder ist professionelles Warten angesagt.

 Zum Glück haben wir im Norden einen „Altweibersommer“ und zum Glück verspätet sich der richtige Herbst. Man hat das Gefühl, auch die Natur kann sich nicht entscheiden. Am Tag immer noch warm aber in der Nacht und morgens eiskalt. Wegen der Klimakrise kann man von dem Sommeroutfit gleich in die gesteppten Jacken gehen. „Übergangsjacken“, die wir seit Jahrzehnten getragen haben, scheinen nicht mehr nötig zu sein und deshalb eher etwas für die Altkleidersammlung.

In diesem Monat müssen wir wieder die Zeit umstellen, da die EU sich nicht entscheiden konnte, ob generell die Sommer- oder die Winterzeit bleiben soll – so bleibt alles wie bis her. Wie jeden Herbst könnten wir morgens Raureif und Nebel erblicken und uns Regenfluten mit Sturm hoffentlich verdrängen werden. Diese graue Atmosphäre kann man mit Kerzen verbessern, um die ganze Stimmung aufhellen zu können. Vielleicht machen Sie auch einen Spaziergang, freuen Sie sich über die schön gefärbten Blätter der Bäume oder gehen Sie bei einem allein stetenden Nachbarn vorbei, ob alles in Ordnung ist. Man muss sich mit selbst im Klaren sein. Für die einen ist Alleinsein eine Oase, für die anderen eine Pein mit Einsamkeit. Hier auf dem Lande merkt man zwar schneller, wenn jemand sich verändert. Zum Beispiel, wenn man sich „einigelt“, sich nicht mehr selbst kocht und stattdessen noch nur Tütensuppen als Mahlzeit dient. Oder wenn die Wohnung nicht mehr aufgeräumt und lange nicht mehr geputzt wird. Dann kann schon die rote Linie überschritten sein und es ist wichtig, sich dann helfen zu lassen. Dann kannten Sie z.B. als Nachbar versuchen, mögliche Angehörigen zu informieren, den Hausarzt oder auch mit uns telefonieren. Es ist ratsam, die aktuelle spezielle Situation für jedes Stadium zu klären, denn fast immer finden wir dann auch eine – der Situation angepasste Lösung. 

Und nun zu etwas Fröhlicheres: Wie lange haben wir uns darauf gefreut, mit unseren Bewohnern und Besuchern in unserem großen Saal gemeinsam etwas wieder zu feiern. Endlich, in den letzten Tagen, konnte unser Pastor zusammen mit der Tetenbüller Kinderstube unser eigenes Erntedankfest zu begehen (s.a. auch die Fotos in Aktuell). Dementsprechend sind wir alle sehr dankbar und glücklich, wieder endlich am Horizont einen Regenbogen der Normalität zu erblicken. Alles wird gut.

In diesem Sinne 
Ihr Team des Seniorenheim Eiderstedt