Kolumne Februar 2022

Die letzten Januartage sind gerade vorbei gegangen und hier noch ein Rückblick davon. „Januar ist der bei Weitem der grausamste Monat“ beklagte der Dichter Novalis. „Kurze Tage, lange Nächte, eisige Temperaturen, Weihnachten schwindet in der Erinnerung, aber die Vorfreude auf Frühling ist noch weit weg“. Für diesen Januar 2022 passt der Text vortrefflich. In einigen Gegenden unseres Landes wurde dort die Sonne nur zwei Tage gesehen und sonst nur Grau in Grau, mit oder ohne Regen und mit Graupel oder Schnee. Diese letzten Wochen haben uns alle genervt denn, wenn man sich nicht über die Corona-Maßnahmen aufgeregt hat, dann kam das trübe Wetter. Die Stimmung ging immer noch mehr in den Keller. Ich sehe es bei mir selbst, was sich seit 2 Jahren bei Corona alles verändert hat. Die Themen für small Talks sind immer weniger und nicht interessanter, wie zum Beispiel Pandemie oder Wetter. Deshalb sollten wir wie die Engländer Bereiche außer Wetter vielleicht, noch über Garten reden, aber wahrscheinlich jetzt, ist das noch zu früh.

Zum Glück schreiben wir jetzt schon den Februar. In diesem Monat haben Sie vielleicht gerade das Fasten überlegt oder schon begonnen. In diesen ersten tristen Monaten des Jahres scheint ideal zu sein auf etwas zu verzichten, da das paradoxerweise das Wohlbefinden ja steigert. Warum? Weil man weiß, spätestens nach Ende der Fastenzeit kann man die Dinge, die man sonst gedankenlos konsumiert, um so mehr und besser genießen. In diesem Jahr haben wir bis zum Beginn der Fastenzeit fast noch einen Monat. Zeit genug, jetzt für sich selbst noch einiges Gutes zu tun, um dieses gute Gefühl oder auch Geschmack nicht zu vergessen. Wir wissen, bei der Fastenzeit gibt es kaum etwas, worauf man sich freuen kann. Es sei denn, wenn man nur eine Tasse Gemüsebrühe als Highlight des Tages empfindet. Inzwischen gibt es diverse Institutionen mit Hotels für gemeinsames Fasten in jeglicher Preisklasse. Es scheint sicherlich einfacher, in einer Gruppe zu fasten, da die Kontrollfunktion einer Gemeinschaft allen unterstützen kann. Inzwischen haben auch viele Prominente, die jedes Jahr in ihrem Kalender diese Fastenkuren einplanen. Die Begründungen sind fast immer dieselben: „sie möchten sich entgiften und wieder ein neues Gefühl von Körper und Seele zu bekommen“. Das Heilfasten kostet schon einiges mit einem super Ambiente, auch mit Yoga und Meditation mit Klangschalen, obwohl was es immer nur Brühe, Wasser und ein trockenes Brötchen, doch aber mit viel Zuspruch gibt. Wenn dann jedoch das Gefühl nach diesen Fasten-Wochen bis zum nächsten Jahr positiv bleibt, dann lohnt es sich für alle Bereiche – physisch wie auch pecuniär.

Leider werden wir wieder wegen Corona nicht mit unseren Bewohnern unser Faschingsfest mit live Musik und Tätäraraschbumm feiern können. Doch mit ein paar Luftballons, Berlinern und Schunkeln mit den Nachbarn hoffen wir doch am Donnerstag, den 24. Februar auf ein paar schöne Stunden. Hoffentlich können wir dann schon die ersten Blüten bei den Bäumen und wie dann auch dann diese Teppiche von gelben und blauen Blumen betrachten. Ich hoffe, es riecht schon nach Frühling und die Vögel haben wieder Lust auf ein Konzert – aber ein bisschen müssen wir noch warten.

Nach den Prognosen der Virologen werden wir in der Mitte dieses Monats das Level der neuen Corona-Infektionsrate erreichen. Bis dahin werden hoffentlich auch mehr Impfskeptiker mit dem neuen Impfstoff Novavax, ihren Piks bekommen und die Herdenimmunität langsam steigern. Wie wäre das, wenn wir zum Beispiel keine Maske mehr tragen müssten: ein Traum!
„Dat Glück, dat ’n söcht, is nich jümmers dat Glück, dat ‘n findt.” (Das GLück, das man sucht, ist immer das Glück, das man findet: Der Mensch denkt und Gott lenkt“. Doch der Mensch möchte stets träumen…

In diesem Sinne.
Ihr Seniorenheim Eiderstedt