Kolumne November 2021

Nach fast zwei Jahren dachten wir alle und auch gehofft, dass uns das Thema Corona nicht mehr beschäftigen wird. Doch Pustekuchen! Nach dem Hype mit der Mangel des Impfstoffs hatten durch die Priorisierung die Senioren erst die Zweitimpfung Senioren Ende April bekommen. Vor den Sommerferien wurden dann auch die meisten Menschen geimpft, die gar nicht diskutieren wollten, um so langsam konnten wir an die Herden-Immunität ran, die uns dann alle wieder unsere frühere Freiheit wiedergeben sollte.
Doch unsere Bevölkerung ist inzwischen gespalten: zu denen, die Impfbefürworter und die Gegner, die unterschiedliche Argumentationen, wie Angst vor Folgeschäden oder die „Impfdiktatur“, unserer Regierung bekämpfen. Die 2G-Regel wird inzwischen vorausgesetzt und auch die Corona-Tests müssen inzwischen bezahlt werden.

Leider hat Corona ihre eigenen Gesetze. Die Inzidenz steigt nach den Herbstfreien und auch die Bettenkapazität in den Kliniken wird knapp. Was mehr beunruhigt ist, dass nicht nur Ungeimpfte sondern auch mehr Patienten mit Impfdurchbruch trotz zweier Impfung betroffen sind. Leider ist auch die erste Gruppe der 70 anbei, die als erste die Impfungen bekamen. Auch wenn diese Situation vorgesehen war, wie von den Virologen empfohlen, sollten die Risikogruppen nach 6 Monaten nach der 2. Spritze eine sog. Booster-Impfung bekommen. Das sind zum Glück inzwischen 1.8 Mio. Senioren – speziell die ersten der Risikogruppen. Ein Glück ist die Impf-Zulassung für Kinder. Demnach müssen Kitas und Schulen nicht mehr geschlossen werden. Genau sind diese Gruppen unserer Bevölkerung, die am meisten in der Pandemie gelindert haben.
Und nun zu etwas Erfreulicheres: Das Jahresende naht und neulich haben wir im Kollegenkreis darüber besprochen, welche zuständlichen Möglichkeiten wir gemeinsam haben, damit wir für unsere Bewohner mit ihren Familien ein gemeinsames Weihnachtsfest feiern dürfen. Daran arbeiten wir nun und hoffen, dass auch klappen wird. Auch wenn etwas geändert und reduzierter wird, denn die Sicherheit unserer Bewohner, deren Familien und unseren Mitarbeiter gelten als höchste Priorität. Wir werden hoffentlich richtig in diesem Jahr Weihnachten feiern, so Gott will. Gemäß ein alter Spruch auf Eiderstedt: „Wat een sülvst kann, schall’n vun uns Herrgott nich verlangen“ (Was man selbst kann, soll man von unserem Herrgott nicht verlangen).

Es kann sein, dass andere Erreger noch kommen werden, wie die Virologen das zur Zeit voraussagen. Wenn wir Glück haben, betrifft das uns nicht mehr. Außerdem, wir hier auf Eiderstedt haben schon viel Schlimmeres erlebt. Die Virologen kennen den Blanken Hans nicht, wir schon! Besser ist es, sich selbst klar zu machen, welches Glück man hat, in einem Land zu leben, wo das Wohl und Gesundheit der Bevölkerung höchste Priorität haben, denn nicht alle Nationen haben dieses Glück.
Zu guter Letzt: In einem Kalenderblatt habe ich gelesen, dass der Dalai Lama gefragt wurde: Was hat Sie am meisten an den Menschen überrascht? Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurück zu erlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt so, als ob er nie sterben würde und schließlich stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben.“

In diesem Sinne : Carpe Diem – Genieße (Pflücke) den Tag!
Ihr Seniorenheim Eiderstedt