Kolumne August 2021

Meinen Sie auch, dass gerade jetzt alles so anders ist als in den vergangenen Jahren? Dabei dreht sich nicht nur alles um Corona mit den vielen Regularien und der Sorge vor neuen Mutationen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das derzeit nicht mehr gefüttert wird. Fast alle mussten oder müssen in unserem Alltag einen oder mehrere Schalter umlegen, um das normale Leben einigermaßen gestalten zu können. Sehr oft fragen wir uns, welche unserer Pläne derzeit noch realistisch sind und welche man vergessen oder aufschieben muss. Es hilft nichts, wir sollten der Vergangenheit vor Corona nicht nachtrauern und die neue Realität annehmen.

Wir freuen uns, dass unsere Bewohner geimpft sind und ihre Angehörigen sie unter Einhaltung des Hygienekonzepts besuchen dürfen. Aber was ist mit einer fast vergessenen Größe: der Bereitstellung und Finanzierung der Pflege in Corona- und Post-Corona-Zeiten? In einem kürzlich vorgestellten Report der AOK über Heimbewohner von März bis Mai 2020 wurde festgestellt, dass Angehörige keinen Kontakt zu ihren isolierten Eltern oder Großeltern hatten.
Inzwischen ist unbestritten, dass diese Bevölkerungsgruppe in der ersten COVID-Welle am schwersten betroffen war. Kein Wunder also, dass Ende des vergangenen Jahres die Übersterblichkeit bei 80 Prozent der normalen Rate lag. Von Oktober bis Dezember 2020 starb knapp ein Drittel (30 Prozent) der Heimbewohner mehr als in einem üblichen Winter. Aufgrund dieser Ergebnisse fordern die Autoren des Pflegereports nun eine Untersuchung, die klärt, welche technischen, baulichen, rechtlichen und personellen Veränderungen die Heime benötigen, damit sich solche Situationen nicht wiederholen.

Hinterher weiß man alles besser, das ist bekannt und gilt auch für uns. Zum Glück waren wir – was positive COVID-Fälle oder die Sterberate betraf – nicht so stark betroffen wie andere Seniorenheime in unserem Land. Dafür sind wir sehr dankbar, aber wir hatten auch etwas dafür getan, dass es so ist. Wir haben sofort ein Besuchsverbot für unser Heim veranlasst und unentwegt getestet. Sowohl für die Bewohner als auch für unsere Mitarbeiter war es eine schwierige Zeit der Ungewissheit. Umso mehr haben sich alle Beteiligten über die Lockerungen gefreut.
Daher ist der direkte Umgang miteinander jetzt nicht mehr selbstverständlich, sondern jedes Mal ein Geschenk – so empfinden es die Betroffenen.

Die Pandemie hat in letzter Zeit vieles übertönt und alte Abläufe und Notwendigkeiten vergessen lassen. Nun, da langsam ein Gefühl der Sicherheit einkehrt, ist es umso wichtiger, die Angebote und die Unterstützung des Staates nicht außer Acht zu lassen, gerade im Zusammenhang mit der Entwicklung der Pflege in den Post-Covid-Zeiten. Es ist Zeit, zu alten Gewohnheiten zurückzukehren oder sie zumindest nicht zu vernachlässigen.

Gemäß der Studie haben die Angehörigen und ihre pflegebedürftigen Eltern oder Großeltern neben den zusätzlichen Aufgaben durch die Pandemie einen hohen Beratungsbedarf für die Pflege. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ist innerhalb von zwei Jahren die Zahl der Pflegebedürftigen um 700 000 auf vier Millionen gestiegen – gut ein Fünftel mehr als noch Ende 2017. Vier von fünf Pflegebedürftigen (3,31 Millionen) werden zu Hause versorgt. Das Gros von ihnen (2,33 Millionen) wurde überwiegend von pflegenden Angehörigen betreut. Eine weitere Million Pflegebedürftiger lebte ebenfalls in Privathaushalten und wurde zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Ein Fünftel der Pflegebedürftigen (820.000) wurde in den bundesweit mehr als 15.000 Heimen betreut und blieb demnach konstant. Jedoch nahm die Zahl der in den eigenen vier Wänden gepflegten Personen um 710.000 zu – ein Plus von nahezu 30 Prozent.
Diese Statistik zeigt auch, dass schon im Pflegegrad 1 eine relativ große Gruppe – insgesamt 191.000 Pflegebedürftige – zum Jahresende keine Entlastungsleistungen abruft. Vielen der Betroffenen war der Anspruch auf die Leistungen nicht bekannt, sie sahen keinen Bedarf für die Nutzung oder wollten sich die Beträge für einen späteren Zeitpunkt aufsparen.
Genau da kommen wir bei der Pflegeberatung zum Punkt: Was geht und was geht nicht – durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ist dieses Kapitel für einen Laien schwer zu durchschauen.

Unser Ziel ist es, für Sie bzw. ihre Angehörigen alle gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Nur am Rande: Die Pflegeberatung bezahlt die Kranken-/Pflegekasse. Deshalb verschenken Sie kein Geld, das Ihnen zusteht! Wie es in der Bibel heißt: „Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.“

In diesem Sinne
Ihr Team des Seniorenheims Tetenbüll

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Seniorenheim Eiderstedt GmbH steht für umfassende und professionelle Seniorenbetreuung im Bereich vollstationäre Pflege. Das Pflegeheim bietet neben dauerhafter Betreuung auch Kurzzeitpflege, Urlaubspflege, Verhinderungspflege und Krankenhausvermeidungspflege an. Ergänzt wird das Angebot durch Tagespflege, stundenweise Ersatzpflege sowie einen geschützten Wohnbereich speziell für Menschen mit Demenz. Aus einer langjährigen Familientradition hervorgegangen, gehört die Einrichtung heute zur Unternehmensgruppe DSW. Erfahrene Pflegekräfte sorgen dafür, dass Bewohnerinnen und Bewohner individuell betreut und mit Würde begleitet werden. Qualität, Menschlichkeit und verlässliche Pflege stehen im Mittelpunkt der täglichen Arbeit.